Brand / Zollhaus

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Folgte man dem Weg von den Ausbauten nach Neudorf weiter über die Rothenburger Straße hinaus, so gelangte man nach gut 2 Kilometern zu der kleinen, zuletzt zu Haide gehörenden Ortschaft Brand.
Brand hatte einmal mehr als hundert Einwohner, die in 18 Häusern recht gedrängt gewohnt haben müssen, wie der folgende Ausschnitt aus einem alten Adressbuch zeigt:



Dokument unbekannter Herkunft


Auszug aus einem alten Adreßbuch
(vor 1845?) zu Brand
Bereits 1845 hatte Pückler Muskau verkauft!

Nach einem Auszug aus der Schulchronik von Skerbersdorf sind offenbar vor 1900 die Kinder von Brand und sogar die Kinder der Bewohner des Zollhauses Heide (an der heutigen B115, nahe der "Zollhauskurve") noch in Skerbersdorf zur Schule gegangen:

Betreffend die zum Schulverbande
Skerbersdorf gehörigen Haushaltungs-
Vorstände in Bezug auf ihre
Schulunterhaltungspflicht.

Verhandelt den 11. Mai 1907.

Zu dem evangelischen Schulverbande Skerbersdorf, Kreis Rothenburg O.L. gehören seither und bis zum 31. März 1908 die evangel. Hausbewohner aus dem Gemeindebezirk Skerbersdorf und aus dem Gutsbezirk Skerbersdorf, und zwar:
Die Gemeinde Skerbersdorf mit den Ausbauten bei der Försterei Neudorf und im sogenannten Bienengarten, der Gutsbezirk Skerbersdorf, umfassend das ehemalige Dominium Skerbersdorf, die ehemalige Revierförsterei Skerbersdorf, das Forstarbeiterhaus am sogenannten Teich, das Forsthaus Neudorf, das Forstarbeiterhaus bei Brand und Zollhaus Heide.

In Ausführung des Gesetzes betreffend die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen vom 28. Juli 1906 (Ges.S. S. 335) §3 wird beabsichtigt die bürgerliche Gemeinde Skerbersdorf mit den Ausbauten bei Neudorf und im sogenannten Bienengarten und den selbständigen Gutsbezirk Skerbersdorf, umfassend das ehemalige Dominium Skerbersdorf, die ehemalige Revierförsterei Skerbersdorf, das Arbeiterhaus am Teich, das Forsthaus Neudorf sowie die ebenfalls zum Gutsbezirk Skerbersdorf gehörigen beiden Gehöfte das Forsthaus Sagarlugk und das Arbeiterhaus im Bienengarten, welche letzteren beiden jetzt zur Schule Sagar eingeschult sind, einem nach Maßgabe des §1 Absatz 2 jenes Gesetzes vom 1. April 1908 ab zu schaffenden gemeinsamen Schulverbande Skerbersdorf zum Zwecke der Unterhaltung der bestehenden evangelischen Schule in Skerbersdorf zuzureihen.
Die Haushaltungen in Zollhaus Heide und Forstarbeiterhaus bei Brand möchten der weiten Entfernung wegen dem Schulverbande Heide zugewiesen werden.
Mit dieser Absicht erklären sich die gesetzlichen Vertreter der in Frage kommenden bürgerlichen Gemeinde Skerbersdorf und des selbständigen Gutsbezirkes Skerbersdorf einverstanden.

Das Zollhaus Heide stand an der Grenze zwischen der Muskauer Heide und dem Görlitzer Hospitalforst - wie lange dort Zoll kassiert wurde, ist unbekannt.



Übersichtskarte Karte von Brand (1919)


Übersichtskarte
mit Neudorf, Brand
und Zollhaus Heide


Karte von Brand (1919)
Bewohner der Grundstücke 1 bis 6:
Franz Kienast, Hubatsch, Krempke,
Huschto, Max Kienast, Proske

Bis 1930 wohnte auch die Familie von August Huschto und Auguste Huschto geb. Nicko in Brand. Ein Photo aus dieser Zeit zeigt, wie man damals dort lebte:



August und Auguste Huschto


August und Auguste Huschto
mit ihren Kindern

Heute liegt Brand im Gelände des Truppenübungsplatzes. Auf der Lichtung, die vor der Räumung noch von drei Familien bewohnt war, findet man nur noch den Schuppen von Franz Kienast, dem letzten Bewohner des Ortes, nachdem alle anderen ausgesiedelt worden waren.